Zwei Jahre nach meinem Praktikum in Nepal brachte mir unser Freund Christian einen Artikel vorbei,
den er als Beilage in der Süddeutschen Zeitung gefunden hatte. Er nahm an, dass mich das Thema
interessieren würde. Was er nicht wusste, war, dass ich genau mit diesen Menschen meine Zeit dort
in der Klinik und in den Werkstätten verbracht hatte; dass wir zusammen gearbeitet, gekocht und
gegessen hatten. Wir haben den Alltag geteilt und ich durfte an ihrem Leben teilhaben.

Während meines Praktikums habe ich viel über Nepal, die Nepali und ihre Gebräuche aber auch über
Lepra gelernt, und wie die betroffenen Menschen damit leben. Noch heute, fast fünfzehn Jahre später,
zehre ich von diesen Erfahrungen.

Mit großer Überraschung und viel Freude hatte ich damals auf den Fotos all die bekannten Gesichter
wieder entdeckt, die mir so vertraut sind. Noch immer ist es für Micha und mich, ein schönes Gefühl,
diese wundervollen Menschen auf Hochglanzpapier zu sehen, denen Michael Cornelius durch seinen
Artikel eine Stimme verliehen hat. Beim Betrachten der Fotos und beim Lesen des Artikels fühlen wir
uns zurückversetzt in diese Zeit und die Stimmung am Pashupatinath Tempel.

Als wir zum Millennium im Dezember 1999 endlich wieder einmal nach Nepal zurückkehrten, war das
Wiedersehen einfach unbeschreiblich. Wir wurden so unglaublich herzlich empfangen, als wären wir
nach einer langen Reise wieder nach Hause zurückgekehrt. Gleichzeitig fühlten wir uns so, als wären
wir nie weg gewesen.










































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Artikel aus "Nepra e.V. / Das Magazin" Ausgabe Nr. 2, April 2000




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