Hilfe für Kristian



Hilfe für Kristian via Paypal
... oder per Banküberweisung an den Förderverein Sr. M. Christina Färber



_____________________________________________________________________________________



Rundbrief von Schwester Christina an die Mitglieder des Donauwörther Fördervereins
"Freunde und Förderer des Klosters Spirituelle Weggemeinschaft in Shkodra/Albanien"

Sonntag, 17. November 2013



Kurzbericht über Kristian


Liebe Freunde in der Heimat, guten Abend. Darf ich Euch kurz über Kristian berichten.

Seit gut einer Woche ist er nun in Bochum. Schwester Michaela ist mit ihm am Samstag geflogen und am Donnerstag hierher zurückgekehrt. Am Tag vorher sind Martini (Kristians Vater) und Michael Artmann dann ans Krankenbett.

Kristian ist bislang einmal operiert worden, noch am Sonntag Nacht. Nun ist eine weitere nicht leichte Operation am Dienstag geplant. Irgendwelche Aussagen zum Erhalt des Kniegelenkes können nicht gemacht werden, auch der Erhalt des Beines ist noch nicht vollständig klar. Kristian hat eine schwere Infektion, auch in den Knochen. Wir sind dankbar, dass die Blutvergiftung verhindert werden konnte.

weiterlesen ...



_____________________________________________________________________________________



Rundbrief von Schwester Christina an die Mitglieder des Donauwörther Fördervereins
"Freunde und Förderer des Klosters Spirituelle Weggemeinschaft in Shkodra/Albanien"

Samstag, 9. November 2013



Kristian darf weiterleben
 
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde,
 
mit einem Herzen voller Dank schreibe ich diese Zeilen an Euch. Kristian  auf der Intensivstation in Bochum und seit heute Nacht bereits operiert. Wir alle sind noch irgendwie ohne Worte  für das, was in den letzten Tagen geschehen ist. Viele, viele von Euch haben dieses  Wunder der Hilfe und Nächstenliebe mit vollbracht. Gott möge Euch dafür segnen. Wir danken aus tiefsten Herzen.
 
Ja, die letzten Tage waren spannungsreich. Es war der Kampf um ein junges Leben, das langsam aber sicher dem Tode nahe war. Es war der Kampf in uns, die wir Kristian daheim versorgt haben. Da waren  in uns Hilflosigkeit, Sprachlosigkeit  und auch Wut auf das, was an Gewalt, Menschenverachtung und Profitsucht an Kristian hier im Krankenhaus geschehen ist.




_____________________________________________________________________________________



Rundbrief von Schwester Christina an die Mitglieder des Donauwörther Fördervereins
"Freunde und Förderer des Klosters Spirituelle Weggemeinschaft in Shkodra/Albanien"

Sonntag, 3. November 2013



Kristian ist nun daheim

Liebe Freunde in der Heimat.
Einen schönen Gruss zum Sonntag, der heute hier den Herbstregen gebracht hat.
Viele von Euch haben mir auf den Rundbrief geantwortet und auch gefragt, wie es Kristian geht.
Ich danke für all Eure Solidarität. Nun ist Kristian seit Donnerstag daheim. Und wir müssen sagen, dass alles,
was wir seitdem erlebt haben eigentlich ein Horrorfilm sein könnte. Ich möchte sagen, dass ich keinster Weise
jemandem von Euch den Sonntag versauen möchte, wenn ich nun Bericht gebe.

So also zu Kristian: Wir erfuhren am Mittwoch, dass er aus dem Krankenhaus (Privatklinik “Amerikane”) muss,
da die Familie nicht mehr bezahlen kann. Diese ist inzwischen hoch verschuldet, geschweige denn zu sprechen
vom Trauma des Erlebten. Die Familie fand keinen Krankenwagen,der Kristian transportiert hätte. Wir treiben dann über unseren Mitarbeiter Lezi die Malteser auf.

Vorsichtshalber gingen wir vor der Ankunft von Kristian zu ihm nach Hause,um mal die Situation vor Ort anzuschauen.
Das war bereits die erste Herausforderung für uns: die Grossmutter mit 94 Jahren teilte bislang ein Zimmer von
vielleicht 8 qm mit Kristian. Es war schnell klar, dass wir Kristian in diesem kleinen Loch nicht mal lagern können.
Zum Schluss entschieden wir – nach Rücksprache per Telefon mit dem Vater, dass wir Kristian in der Wohnküche
lagern. Dort bauten wir ein Bett auf, das wir hatten (Krankenbett konnten wir nicht auftreiben). Im Haus war es sehr
kalt und wir brachten einen Elektroheizer.

Dann kam am frühen Nachmittag Kristian und wir fuhren hin, um ihn zu installieren. Wir wussten, dass die Familie
keine Ahnung von Umlagern usw. hat.
Was wir dann erlebten, hat mir den Zorn ins Gesicht getrieben: Christian ist käseweiss, er wurde mit “guten Erfolg
der Operation” entlassen, mit einem Rezept für einen Haufen Antibiotika und insgesamt 20 mg Tramadol in 24
Stunden. es wurde ihm noch ein venöser Zugang gelegt, der allerdings nicht brauchbar war.
Dann, beim Umlagern tropfte schon der dicke gelbe Eiter aus dem Verband um sein Knie. Er hat einen Fixateur am
Bein und die Fläche des Hauttransplantates war unbedeckt und einige nicht angewachsene Haut- Fetzen hängten
auch da weg. Als wir dann den Verband vorsichtig aufmachten, wurde uns fast schlecht. den fauligen Geruch habe
ich immer noch in der Nase. Tamara, Michael und ich schauten uns nur an. Wir verstummten einfach: die Kniekehle
ist nicht mehr erkennbar. Wir schauten in ein infiziertes Loch, irgendwas wie ein Knochen, den wir nicht zuordnen
konnten, schaut da raus. HInter dem Knochen ähnlichen Gebilde ist ein Loch, dessen Tiefe wir nicht wissen. Aber
da läuft der Eiter wie ein Bächlein raus. Wenn Ihr es vertragt, könnt Ihr es auf dem Foto anschauen.

Beim anderen Oberschenkel wurde das Hauttransplantat entnommen. Kristian bekam die Anweisung, es daheim
dann aufzumachen. Er bat uns, es zu tun. Am Freitag machten wir uns dann da ran. Es stank nach geronnenem Blut
und irgendwie auch faulig. Wir weichten erst mal auf. Die Wunden von der entnommenen Haut waren mit einer
antibiotischen Wundgaze und dann mit zwei Lagen Saugtücher aus Stoff bedeckt und dann fest mit einer elastischen
Binde gewickelt. Teilweise war das Zeug am einwachsen und wir brauchten fast zwei Stunden zum Aufweichen, um
wenigstens nicht alles neue Gewebe wieder zu zerstören.

Kristian und seine Mutter bedankten sich ständig, dass wir so gut mit ihm umgehen. Und Kristian fing dann an zu
erzählen. Er sagte, dass die Ärzte beim Verbandwechsel ritschi -ratschi alles abgerissen haben. Der türkische Chirurg,
der ihn operiert hatte, kam eines Tages, riss sein Bein am Fixateur hoch und sagte: “Guten Tag” und lachte. Die Mutter
erzählte uns, dass sie sich immer die Ohren zugestopft habe, wenn sie zum Verbandswechsel kamen, da Kristian so
geschrien habe. Und der Patient meinte, er könne massenhaft Bücher schreiben über das, was er erlebt habe.

Ein Antibiogramm, gemacht vor fast drei Wochen zeigt, dass Kristian zwei gefährliche Erreger in der Wunde hat.
Wir befürchten, dass der Knochen bereits betroffen ist.

Wenn wir zur Familie kommen, um Kristian zu verbinden, dann möchten sie uns immer alles mitgeben, was
sie gerade haben: eine Tante brachte uns Quitten aus den Bergen, auch Käse und Honig von dort mussten wir
mitnehmen. Es ist zum Erbarmen, was wir da erleben.

Und wir wissen, dass wir im eigentlichen Kristian hier nicht helfen können. Wir brauchen eine Klinik im Ausland.
So brauchen wir wieder einmal ein Wunder von Gott.

Seid herzlich gegrüsst und DANKE fürs Zuhören und Eure Solidarität mit diesem Jungen.


weiterlesen: Rundbrief Oktober 2013