Greengates - unser Tierhilfeprojekt



Hallo liebe Freunde.

DAS HIER IST WICHTIG !

Wir brauchen hier in Bulgarien dringend Eure Hilfe.

 




Seit zwei Wochen ist Pita - mittlerweile heißt sie Idgie - wieder bei uns, da sie in ihrem neuen Zuhause nach 4 Monaten nicht mehr bleiben konnte. Ihre neuen Besitzer haben sich getrennt und die kleine Idgie ist die Leidtragende. Nun findet sie sich gerade wieder bei uns ein und hat die Größe unseres Rudels aus Streunern,  ehemaligen Kettenhunden, ausgemusterten Jagdhunden und weggeworfenen oder ausgesetzten Welpen plötzlich wieder auf 12 gebracht.

 

Kaum zwei Tage später... und aus 12 wurden 17 !

 

Schon wieder hat jemand Welpen vor unseren "Green Gates" ausgesetzt. Dieses Mal fünf.

Wir hörten sie zum Glück nachts schreien und fanden sie kurz darauf in der alten Scheune unseres Nachbarn. Den Weg dorthin hatten sie sich wohl selbst gesucht, denn die Dose Welpenfutter fanden wir tags darauf direkt vor unserem Eingangstor. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zwar noch keinen Schnee aber nachts bereits teils Temperaturen von minus 10°C und niedriger. Als wir sie fanden waren sie bereits klatschnass vom Regen aber glücklicherweise noch nicht unterkühlt. Die fünf sind etwa 6-7 Wochen alt. Da geht das schnell.


Vor drei Tagen dann hatten wir morgens -20°C.

Bis jetzt Rekord für diesen Winter.

Und am Abend? 19... Hunde in unserem Besitz.

Auch das ist Rekord.

 

Nikolaj, ein Roma Junge aus der Nachbarschaft, bat uns an diesem Nachmittag um Hilfe. Später kam er dann noch einmal zu uns. Mit einem großen Sack. Darin zwei weitere Hundewelpen.


Was hättet Ihr denn getan?

Bei diesen Temperaturen?

6-7 Wochen alte Welpen?

Irgendwo in einem Stall untergebracht? Ohne Mutter?

Ins Haus kommen hier so gut wie keine Hunde. Nicht auf den Dörfern.

Das wäre sicher ihre letzte Nacht gewesen.

 

Wir konnten nicht herausbekommen, wo er die beiden her hat. Aber es war klar, dass er sie nicht behalten konnte. Wir haben bereits eine erwachsene Hündin von ihm übernommen, weil er sie nicht mehr versorgen konnte. Unsere Tante Djinka. Eine andere junge Hündin, die er geschenkt bekommen hatte, konnten wir mit Hilfe von Freunden aus unserem Dorf innerhalb Bulgariens an ein englisches Paar vermitteln. Nikolaj mag Hunde. Und er behandelt sie auch gut. Nur er und seine Familie sind sehr arm. Er hätte sie keinesfalls mit nach Hause nehmen können.

 

So... 19 also.

 

Nur damit Ihr Euch vorstellen könnt, was das für uns hier heißt.

Zur Zeit haben wir in unserem Häuschen 1 Zimmer, unser Schlafzimmer, soweit bewohnbar gemacht und durch einen Holzofen auch beheizt. Der Rest des Hauses ist nach wie vor Baustelle. Und unbeheizt. 

Vor 10 Tagen sind bei uns über 60cm Schnee gefallen. Die Temperaturen sind nun dauerhaft unter 0°C. Auch tagsüber. Dieser Schnee bleibt sicher liegen. Schön ist, dass wir den Schnee, den die Hunde uns tagsüber ins Haus tragen, später einfach zusammenfegen können, denn er schmilzt nicht.

Provisorisch haben wir uns eine Küche eingerichtet. Ein Bad haben wir noch nicht - bitte nicht fragen ;-)

Warmes Wasser zum Waschen bekommen wir durch einen kleinen Elektroboiler in der Küche. So lange wir Strom haben und uns die Wasserleitung nicht einfriert. Sonst muss der zweite Holzofen ran. So wie im Moment. Unsere Wasserleitung bekommen wir gerade alle paar Tage mal frei.

Die Hunde leben mit uns im Haus. Die meisten zumindest. Das heißt mit 9 von ihnen teilen wir uns unser kleines Zimmer. Wir sprechen hier von rund 16qm. Die neuen Welpen sind noch getrennt von den anderen in Quarantäne. Unser zukünftiges Wohnzimmer haben wir zu diesem Zweck aufgeteilt. Hier haben wir die drei Karakatschan Welpen und die Beiden von Nikolaj getrennt voneinander untergebracht. Zwei Ölradiatoren sorgen für frostfreie Temperaturen.

Die fünf, die wir in der Nachbarscheune gefunden hatten, mussten wir aus Platzgründen in eine unserer Scheunen einquartieren. Es ist dort aber trocken und sicher. Und sie haben Stroh und eine isolierte Hütte zum Schlafen. Damit es nicht zu kalt wird bekommen sie alle paar Stunden eine frische Wärmflasche. Auch nachts.

 

So besteht der Großteil unserer täglichen Arbeit seit Wochen darin, die Hunde im und ums Haus herum zu versorgen (und das was sie hinterlassen zu entsorgen), nebenher Holz zu machen und so viel Wasser und Batterien wie möglich zu bunkern, wenn Wasser oder Strom mal wieder ausfallen sollten.

Nichts geht nebenbei und mal eben, Kochen, Geschirrspülen, Duschen und Waschen sind immer Maßnahmen, die bewusst geplant werden müssen. Auch wie und wo man die Wäsche trocken bekommt, wenn nur ein Raum beheizt ist.

Für die Arbeiten, die wir eigentlich für den Winter aufgespart hatten, um unser Haus zu renovieren, bleibt gar keine Zeit. Die Hunde bestimmen unseren ganzen Tagesablauf. Es ist ja auch nicht so, dass wir sie einfach irgendwo wegsperren würden und für Futter und Wasser sorgen. Sie sollen ja alle ein gutes neues Zuhause finden. Und dafür müssen wir täglich mit Ihnen üben.

Das fängt beim Fressen an. Idgie und Ihre Mama Penny füttern wir noch einzeln und aus der Hand, um sie allmählich - was das Fressen angeht - etwas ruhiger zu bekommen. Ein Leben an der Kette macht verständlicherweise etwas gierig.

"Sitz", "Warte" und "Komm" - und natürlich Toben - stehen genauso auf dem Programm wie Leinentraining.

Dazu geht Tamara täglich auf drei getrennten Runden mit den erwachsenen und halbstarken Hunden jeweils gut eine Stunde spazieren. Olli und Fussel, unsere beiden Rentner, und die Welpen bleiben derweil bei mir.

Mit gebrochenem Fuß und an Krücken gehöre ich wohl auch eher zu unseren beiden Oldies mit ihren kaputten Knochen. 4 Monate nach meinem Unfall bin ich leider noch immer eher Housesitter als Dogwalker.

 

Das Ganze ist sehr viel Arbeit. Aber es soll nicht so rüber kommen, als würden wir das nicht gerne machen. Es ist uns eine Herzensangelegenheit. Wer uns nur ein bisschen kennt, der weiß das natürlich. Und es ist toll jeden Tag wieder zu sehen, was aus diesen Straßenkötern und Wegwerfhunden in kürzester Zeit geworden ist.

Es ist halt einfach viel Arbeit. Macht uns aber nichts aus. Auch unser einfaches Leben in unserer Winterbaustelle eigentlich nicht. Es macht alles nur etwas schwieriger. Hat ja aber auch was romantisches.

Und mehr war ehrlich gesagt nach meinem dreimonatigem Zwangsaufenthalt in Deutschland durch meinen Motorradunfall nun mal auch nicht drin.

 

Die Romantik endet allerdings da wo die Finanzen anfangen. Eigentlich wollten wir uns in diesem verschlafenen, bulgarischen Dörfchen nur ein altes Haus herrichten. Nach der Zeit und den Erlebnissen in Albanien hatten wir schlicht etwas Normalität und vielleicht sogar Langeweile nötig. Ausserdem denken wir hier für uns die perfekte Basis für weitere Reisen gefunden zu haben.

Aber seit wir letzten Sommer hierher gezogen sind, liefen uns immer mehr Hunde über den Weg, die unsere Hilfe brauchten. Und als die Leute merkten, dass wir uns kümmern, kamen sie zu uns und baten um Hilfe, wenn irgendwer im Dorf Hunde ausgesetzt hatte oder sich irgendwo fremde Streuner einquartiert hatten. Es hat sich auch schnell herumgesprochen, dass nun wieder ein Tierarzt im Dorf ist. Passenderweise sind wir auch noch in das alte Haus des ehemaligen Dorftierarztes eingezogen.

 

Und nun haben wir nach kürzester Zeit 19 Hunde zu versorgen.


Und alle müssen entwurmt, gegen Flöhe behandelt, geimpft und mit den nötigen Papieren und Mikrochip ausgestattet werden. Dazu kommen die Tierarztkosten, Kosten für Kastrationen, Röntgen, Bluttests, Medikamente, Spezialnahrung für die Kleinsten. Und jede Menge Reinigungsmittel und Küchenrollen.

Josh, einer der Karakatschan Welpen, brauchte nach seinem brutalen Erlebnis nicht nur Röntgen, sondern auch Kortisontherapie, Antibiose und Einläufe. Die ebenso dringend notwendigen osteopathischen Behandlungen kosteten wenigstens nur Tamaras Zeit. Doch es stehen auch noch zwei Operationen an. Für Penny und Greta. Und auch selbst, wenn es hoffentlich nur kleinere Eingriffe sein werden, eine Narkose kostet auch hier in Bulgarien Geld.

 

Ach ja... noch einmal zum Fressen. Das wollen sie natürlich alle. Und nicht wenig. Ausnahmslos alle Hunde, die wir jetzt bei uns haben, waren unterernährt als wir sie bekamen. Teilweise extrem.

Im Moment verfüttern wir 20kg Trockenfutter, 5kg Joghurt, 3kg Haferflocken und ein Sack Kartoffeln pro Woche. Dazu Unmengen an selbst gemachter Welpennahrung aus Eiern, Milch, Joghurt, Sonnenblumenöl und Mineralien. Tendenz steigend, denn den momentan 12 Welpen kann man quasi beim Wachsen zuschauen.

In der ersten Zeit gibt's außerdem Heilerde ins Futter, bis sich der Magen-Darm-Trakt nach den Wurmkuren normalisiert und auf "normales" Futter eingestellt hat. Denn ein Hund bekommt hier leider nur selten etwas anderes als Abfälle, altes oft schimmeliges Brot und Knochen zu fressen.

 

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Wir brauchen also wirklich dringend Eure Hilfe.

 

Wir haben schon viel positive Resonanz auf unsere Arbeit hier genauso wie vorher in Albanien bekommen. Von Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen. Auch einige Spenden haben wir über die letzten knapp 3 Jahre erhalten, für die wir auch sehr dankbar sind. Wir konnten jede einzelne Spende gut gebrauchen. Haben aus diesem "Topf" Hilfsmittel für Patienten wie Bettgalgen und Duschrollstühle, Salben und Verbandsmaterial kaufen können. Sowie jetzt auch etwas Hundefutter, ein paar Impfungen, Entwurmungen und Flohmittel.

Auch von Freunden in Bulgarien bekommen wir immer wieder Mal einen Sack Futter vorbeigebracht. Auch die eine oder andere Tierarztrechnung wurde schon übernommen.

Doch das reicht nun schon lange nicht mehr aus.

Bisher konnten wir für 12 Hunde bereits ein neues Zuhause finden.

Für 16 weitere suchen wir zur Zeit.

Wir haben uns auch mit verschiedenen Organisationen in Verbindung gesetzt, die uns bei der Vermittlung helfen können. Doch wir können froh sein, wenn wir so ein paar unserer Hunde vermittelt bekommen. Die Kosten die wir haben, werden dadurch kaum geringer werden.

Anfangs haben wir noch alles komplett auf eigene Kosten gemacht. Sogar den ersten Transport nach Deutschland. Wir waren einfach froh jemand passendes gefunden zu haben. Bei den nächsten Hunden haben sich die neuen Besitzer dann an unseren Kosten beteiligt. Und jetzt sind wir dazu übergegangen eine pauschale Schutzgebühr zu verlangen.

Aber erstens kann diese auch nicht alle Kosten abdecken und zweitens wird die Schutzgebühr ja auch erst bei der Übergabe fällig. Bis dahin müssen wir sämtliche Kosten erst einmal vorstrecken.

In diesem Ausmaß ist das für uns alleine einfach nicht mehr leistbar.

Und eines können wir aus Erfahrung sagen. Auf den nächsten Hund, der unsere Hilfe nötig hat, werden wir nicht lange warten müssen. Und auch dieser hat dann ein gutes Zuhause verdient. Soviel ist sicher.

 

Für Eure Unterstützung sind wir Euch jetzt schon dankbar.

 

Wenn Ihr gut findet, was wir hier tun, dann bitte erzählt unsere Geschichte in Euren Familien, bei Euren Freunden, Kollegen und Nachbarn. Teilt es bitte auch auf Facebook, damit wir zusammen möglichst viele Leute erreichen können.

 

Um uns finanziell zu unterstützen, findet Ihr alle Infos auf unserer Webseite:

www.travelnaid.de/UNTERSTUETZER_WERDEN.html

 


Jede Hilfe ist willkommen !

 

Vielen Dank

TaMara & Michael